Eine Zivilisation im Bruch

Ich bin ungeimpft, weil ich für mich eine Risikoabwägung getroffen habe und recht früh klar war, dass Corona nicht verschwinden wird.
Wir werden es nicht besiegen, es ist ein Virus. Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde ein Virus durch menschliche Maßnahmen ausgerottet.
Weiterhin war früh klar, dass die Impfung immer wieder wiederholt werden muss. Bald war auch klar, dass die Impfung keine Immune-Sterilität bietet.
Das bedeutet, wer geimpft ist, der ist nur temporär vor einen schweren Verlauf geschützt und auch nur temporär weniger ansteckend, im Falle einer Infektion.

Seit dem 15. August, hat auch das PEI angefangen, die Definition des Impfstoffes schrittweise anzupassen:

Definition bis 15. August 2021:
„Covid 19 Impfstoffe schützen vor Infektionen mit dem Sars-CoV2-Virus.“

Definition ab 7. September 2021:
„COVID 19 Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf einer Infektion mit dem Sars-Cov2 Virus.“

Definition seit 27. September 2021:
„Covid19-Impfstoffe sind indiziert zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der durch das SarsCov2-Virus verursachten Erkrankung.“

Im Klartext bedeutet dies, dass 2G eine absolut kontraproduktive Maßnahme ist. Die Unterscheidung zwischen geimpften und ungeimpften ist aus Infektionsschutzsicht unsinnig. Sogar gefährlich, weil durch die weiterhin allgemein suggerierte Sterilität eines Geimpften, wird ein Gefühl falscher Sicherheit erzeugt.
Es gibt nur 1 G, welches wirklich sinnvoll die Folgen der Pandemie eindämmt. Dieses G ist getestet.

Ironischerweise hat die Politik für einige Zeit entschieden, dass genau dieses G wegfällt und Tests kostenpflichtig gemacht. Das ist passiert, um ein anderes G zu fördern. Wider aller Vernunft, entgegen besseren Wissens.

Dieser Irrsinn hat inzwischen weiter Einzug in die offizielle Politik gefunden und wird erkennbar und vorhersehbar keine Verbesserung bringen.

Im Sommer diesen Jahres bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass wir einen schlimmen Winter bekommen werden.
Das, was seitdem geschehen ist, hat mich trotzdem schockiert, es erschreckt mich. Jeden Tag, fortwährend und aufs Neue.

Meiner persönlichen Überzeugung folgend, dass nur eine regelmäßige Testung tatsächlich eine relative Sicherheit bringt, teste ich mich, bevor ich das Haus verlasse.
Es ist mein Verständnis von Liberalität, dass nur ein verantwortungsvoll und souverän entscheidendes Individuum Freiheit für sich und für andere garantieren kann.

Dieses Verständnis souveränen Handelns wird von einer kompromisslos kopflos agierenden Politik radikal konterkariert.
Weiterhin wird eine sterile Immunität von geimpften suggeriert. Wider besseren Wissens.
Der Effekt ist eine beispiellose Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft.

Alle signifikanten Studien zur Impfung und ihrer Wirksamkeit kommen aus dem Ausland. Bis Ende 2021 hat es Deutschland nicht geschafft, eine eigene verlässliche Forschung zum Thema Corona aufzustellen.
Alle offiziellen Zahlen im Inland sind mit Unsicherheiten behaftet.

Niemand weiß, wie groß der Anteil der geimpften und ungeimpften auf den Intensivstationen wirklich ist. Es gibt einfach keine Zahlen. Gernot Marx, einer der führenden Intensivmediziner musste diese Frage in einer Bundestagsanhörung mit: „Die Frage kann ich leider nicht beantworten, weil wir bis jetzt auf den Intensivstationen nicht erfasst haben, welche Patienten geimpft und nicht geimpft sind.“

Immer wieder in den Medien auftauchende Zahlen stehen hierzu im seltsamen Widerspruch.

Natürlich ficht das keinen Politiker und keinen ihrer anhängenden No Covid verpflichteten Experten an. Sie wissen einfach, auch ohne Daten, dass wir eine Pandemie der Ungeimpften haben.

Heute morgen war ich beim Arzt, als ungeimpfter begegnet einen eine abweisende Bösartigkeit, die erschreckend ist. Um klarzustellen, was von einer anderen Risikoabwägung zu halten ist, musste ich bei leeren Wartezimmer (Eine Person) draußen warten. Die restliche Behandlung kann sich jeder vorstellen.
Vor einigen Wochen musste ich zu einen HNO-Arzt, die im Kontext eigentlich unsinnige Frage nach meinen Impfstatus habe ich verneint. Der weitere Verlauf der Sitzung kann mit Verächtlichmachung noch recht freundlich wohlwollend umschrieben werden.
Ich war kurzzeitig geneigt zu fragen, ob sie denn getestet sei und wie lange die Impfung denn her sei.
Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass der an sich einfache logische Zusammenhang sich noch erschließen würde. Bei so viel Gewissheit stört jeder Einbruch der Realität.

Andere Nettigkeiten begegnen einen derzeit täglich, getestet ist niemand mehr, die scheinbare Gewissheit, die Pandemie durch den „Pieks“ gelöst zu haben, seinen Beitrag geleistet zu haben, besiegt jede Vernunft.
Dafür muss ich mir zuweilen anhören, dass man die Ungeimpften am besten in Lager sperren sollte. Das die Ungeimpften keine medizinische Versorgung mehr erhalten sollten.
In Fernsehen und Medien werden irgendwelche Arbeitgeberpräsidenten, Präsidenten für Fussballclubs oder andere, in diesem Kontext unvermutete Personen, zu Experten für medizinische Ethik. (Analog zur regelmäßigen Inflation an Fussballtrainern)
Diese Experten empfehlen gerne mal, dass Arbeitgeber den Impfstatus kennen sollten, um Mitarbeiter gezielt zu kündigen.
Das ungeimpfte Ihre Behandlungskosten selber tragen sollten, wer verantwortungslos ist, der müsse eben damit Leben, wenn das Leben danach ruiniert sei.

Hinterfragt wird nichts, Moderator oder Interviewer nimmt die Aussagen hin und bedankt sich für den Aufruf zu Aufklärung und Vernunft.

Ich bin schockiert.

Unterstellen wir für einen Moment das es so sei. Jeder der eine andere Risikoabwägung getroffen hat. Wir irren uns vollkommen. Tests sind überflüssig, wer geimpft ist, der ist auf Dauer total und umfassend geschützt für sich und andere, Tests sind also überflüssig in einer Welt der geimpften. Das heißt, wenn alle geimpft wären, dann wäre die Pandemie besiegt.

Was bleibt dann von den Forderungen? Wollen wir in einer Welt leben, wo ein Diktat des Konsens jede individuelle Freiheit erledigt?
Wollen wir wirklich in einer Welt leben, wo der gesellschaftliche Nutzen privater Entscheidungen über das Maß der gesellschaftlichen Solidarität entscheidet?

Zum Ende gedacht bedeutet es das Ende der Individualität wie wir sie kennen. Ebenfalls das Ende jeder demokratischen Wahrheitsfindung. Der Expertenkonsens entscheidet dann über das, was Vernunft ist. Einmal gefunden, gibt es keine Diskussion mehr und der Abweichler ist dann ausgeschlossen. Auch – das ist wichtig – wenn dieser Abweichler zuvor Experte war. Die Abweichung aus dem Konsens, bedeutet auch dauerhaften Ausschluss aus dem Kreis der Experten.

In diesem konkreten Fall bekommt der Raucher keine medizinische Behandlung mehr im Krankheitsfall und wenn doch, dann ist das Leben danach vorbei, weil die Schuldenlast erdrückend ist.
Der Übergewichtige bekommt keine Herzbehandlung mehr.
Der unvorsichtige Sportler muss seine Behandlung selber bezahlen.
Die Mutter mit Risikoschwangerschaft, soll gefälligst abtreiben.
Der Autofahrer, mit Geschwindigkeitsüberschreitung muss in jedem Fall alle Folgekosten eines Unfalls umfassend selber tragen.
Der Rentner mit 80 in die Euthanasie gehen, irgendwann muss auch mal Schluss sein mit der Geduld der Solidargemeinschaft…

Der vorpolitische Raum, zwingend erforderlich für eine offene Demokratie, ist dann Geschichte.
Konsens und Solidarzwang werden Diktatoren des politischen System.

Ich schreibe das hier nicht aus einen Anfall der Hysterie. Es ist einfach logische Folge eines narrativ, welches sich inzwischen herausgebildet hat.

Es ist seltsam. Ich bin noch nicht einmal besonders überrascht darüber, was geschieht. Schockiert bin ich trotzdem. Die Geschwindigkeit und das Maß der Verrohung in so kurzer Zeit sind beeindruckend. Es ist ein Schauer, aber kein angenehmer. Nicht, wie in einen gut gemachten Horrorfilm. Es ist eine unangenehme Bedrückung.

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Wie gesagt, ich sage nicht, dass es keine guten Gründe geben kann sich zu impfen. Ich bin kein grundlegender Impfgegner. Meine Zurückhaltung hat hier andere Gründe, die ich unten kurz umreiße.Ich glaube allerdings, dass 1G (getestet) der Weg ist, der momentan am effektivsten schützt.
Die Daten aus den vorherigen Wellen belegen das. Ansteckungen der vorigen Wellen fanden vor allen in Milieus statt, welche konsequent nicht getestet haben. Bereiche, wo Testung regelmäßig stattfand, waren sicher.

Die Impfung ist insbesondere in der Altersgruppe 60+ eine vielleicht geratene Maßnahme. Ich bin allerdings 35, als solcher betrachte ich meine Risikoabwägung als legitim. So, wie diese Abwägung grundsätzlich für jeden legitim ist. Für die 21 jährige genauso, wie für den über 80 jährigen. Das mir dafür regelmäßig ein Konzentrationslager und die Pest an den Hals gewünscht wird, empfinde ich als mindestens irritierend. Gepaart mit dem unangenehmen Gefühl, dass daraus schlimmeres entsteht und es eine allgemeine Schieflage der Gesellschaft offenlegt.

Schlimm, aber nicht überraschend. Die Menschen sagen und denken in der Regel, was die „Eliten“ (Tut mir leid, dieses Wort muss hier sein) nahelegen zu denken. Seit Monaten weigern sich Politik und Medien, grundlegende neue Erkenntnisse wahrzunehmen. Ich kann nur spekulieren warum. Es ist anzunehmen, weil sie ihr Versprechen der Normalität für alle, nicht korrigieren wollen und die letzten „Impfgegner“ bieten sich als Sündenböcke an.
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Beeindruckend und erschreckend ist die Totalität, mit der dieser „Diskurs“ geführt wird.

Bedenken bezüglich der Sicherheit des Impfstoffs werden als bloßes Verschwörungsgeschwurbel abgetan.

Es kann schon sein, dass Bedenken grundsätzlich spekulativ sind. Gut möglich. Allerdings sind die Medien und Politiker die Letzten, deren Aussage ich dazu ernst nehme. Bei Astra Zeneca wurde eine für Impfungen im vollkommen normalen Bereich liegende Thrombosegefahr zum Skandal aufgebauscht.
Gleichzeitig:
– Rekapitulieren wir das kurz. –
Ein experimentelles gentechnisches Behandlungsverfahren für Krebs, wird in einen Schnellverfahren zu einem Impfstoff für ein neuartiges Virus umgebaut und ebenso in einem Schnellverfahren (ein Zehntel der gewöhnlich gebrauchten Zeit) zugelassen. Danach an die komplette Bevölkerung verabreicht.

Wenn Zurückhaltung diesbezüglich nun pauschal und völlig unabhängig von der inhaltlichen Begründung rechtes Nazi Verschwörungsgeschwurbel ist, von unverantwortlichen Hetzern und Staatsfeinden (politisch korrekte Umschreibung für Volksverräter), die man am besten aus dem solidarischen Gesundheitssystem ausschließt und in Lager sperrt.
(Alles Bezeichnungen/Wünsche, die mir in den vergangenen Monaten persönlich begegnet sind)
Also, wenn das so ist, dann ist es natürlich gut, dass die gewöhnlichen Regeln außer Kraft gesetzt wurden.
Die Totalität dieser Überzeugung umgedreht bedeutet folgerichtig, dass die bisherigen Regelungen zur Vorsicht bei der Medikamentenzulassung vollkommender Nonsens waren. Beeinflusst wissenschaftfeindlichen Schwurblern deren Macht durch Corona endlich gebrochen wurde.

Für mich allerdings ist dieser Hass und diese Totalität (beiderseitig) Symptom einer Gesellschaft, die süchtig nach Konsens ist und die es nicht mehr ertragen kann, wenn ein äußerer Schock (Corona) in die heile Welt eindringt. Eine Gesellschaft, die eine narrative Heilserzählung braucht, welche Rettung schafft. Versagt diese Erzählung (Wie jetzt in der 4. Welle), dann braucht diese Gesellschaft einen Sündenbock, einen Feind, der Schuld am Elend trägt. Das scheint wichtig zu sein, damit die Heilserzählung intakt bleibt.

Lasst uns nicht auf Impfgegner und Befürworter schauen. Diese Polarisierung, so scheint es mir, ist eher Symptom einer Gesellschaft in Verunsicherung.

Und es ist viel wahrscheinlicher, dass gewisse politische Akteure diesen Hoffen auf Heilwerdung genauso zum Opfer gefallen sind, wie Oma Agnes vorm Fernseher…. Und das wiederum ist ein Problem, welches uns leider alle einholt und sehr real Leben gefährdet.

2 Kommentare zu „Eine Zivilisation im Bruch“

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